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Betriebliche Altersvorsorge: Was dich die Entgeltumwandlung netto kostet

Wandelst du einen Teil deines Bruttogehalts in eine Betriebsrente um, sparst du heute Steuern und Sozialabgaben, und dein Arbeitgeber legt meist 15 Prozent drauf. Im Alter zahlst du dafür Steuern und Krankenkassenbeiträge. Hier steht, wie die Rechnung aufgeht.

Das Wichtigste in Kürze
  • Du hast einen Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung. 2026 sind bis zu 676 € im Monat steuerfrei, bis zu 338 € auch sozialabgabenfrei.
  • Dein Arbeitgeber muss 15 Prozent dazugeben, soweit er Sozialabgaben spart. Das gilt für Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds.
  • Im Alter ist die Betriebsrente voll steuerpflichtig, und du zahlst Kranken- und Pflegeversicherung darauf.
  • Deine gesetzliche Rente fällt etwas niedriger aus, weil weniger Rentenbeiträge fließen.
So gehst du vor
  1. Beim Arbeitgeber nachfragen
  2. Netto-Aufwand ausrechnen lassen
  3. Kosten des Vertrags prüfen
  4. Im Alter mitdenken
Alle Schritte im Detail ↓
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So funktioniert die Entgeltumwandlung

Du verzichtest auf einen Teil deines Bruttogehalts, und dein Arbeitgeber zahlt diesen Betrag in eine Betriebsrente ein. Weil der Betrag vom Brutto abgeht, zahlst du darauf heute weniger Lohnsteuer und Sozialabgaben.

Grenzen 2026im Jahrim Monat
steuerfrei (8 % der BBG Rente)8.112 €676 €
zusätzlich sozialabgabenfrei (4 % der BBG Rente)4.056 €338 €

Jeder Arbeitnehmer hat einen Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung bis 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze (§ 1a BetrAVG).

Der Pflichtzuschuss

Dein Arbeitgeber muss 15 Prozent des umgewandelten Betrags dazugeben, soweit er selbst Sozialabgaben spart. Das gilt für Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds. Verdienst du über der Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung, entfällt der Zuschuss ganz oder teilweise. Tarifverträge können abweichen.

Was dich ein Beitrag netto kostet

Ein Beispiel, das Finanztip mit Werten von 2025 gerechnet hat:

Postenpro Monat
Umgewandeltes Bruttogehalt180 €
gesparte Sozialabgaben– 39 €
gesparte Lohnsteuer– 45 €
Dein Nettoaufwand96 €
Arbeitgeberzuschuss 15 %+ 27 €
Fließt in deinen Vertrag207 €

Rechenannahmen laut Finanztip: Single, kinderlos, 4.208 € brutto im Monat, ohne Kirchensteuer, Zusatzbeitrag 2,5 %, Werte 2025. Bei anderem Gehalt, Steuerklasse oder Kinderzahl sieht die Rechnung anders aus.

Akira Fukushima

Frag zuerst, wie viel dein Arbeitgeber zuschießt. Viele geben mehr als die gesetzlichen 15 Prozent, und das steht selten im ersten Angebot.

Akira Fukushima, Versicherungsmakler · mein Tipp aus der Beratung

Was im Alter davon abgeht

Der Steuervorteil von heute ist eine Steuerstundung. Die Betriebsrente wird im Alter voll mit deinem persönlichen Steuersatz versteuert. Da dein Einkommen im Ruhestand meist niedriger ist, ist auch dein Steuersatz dann oft niedriger, aber nicht null.

Dazu kommen Kranken- und Pflegeversicherung, die du als Rentner allein zahlst: 14,6 Prozent plus Zusatzbeitrag und 3,6 bzw. 4,2 Prozent Pflege. In der Krankenversicherung gibt es für Pflichtversicherte einen Freibetrag von 197,75 Euro im Monat (2026). In der Pflegeversicherung wirkt derselbe Betrag nur als Freigrenze. Liegt die Betriebsrente darüber, ist der volle Betrag beitragspflichtig.

Und: Weil auf den umgewandelten Betrag keine Rentenbeiträge fließen, sinkt deine gesetzliche Rente. Die Verbraucherzentrale rechnet bei 100 Euro Umwandlung über 40 Jahre mit rund 40 Euro weniger gesetzlicher Rente im Monat.

Was bei einem Jobwechsel passiert

Bei Entgeltumwandlung gehört dir dein Anspruch sofort, auch der 15-Prozent-Zuschuss. Du verlierst nichts, wenn du gehst.

Du kannst den Vertrag innerhalb eines Jahres nach dem Jobwechsel zum neuen Arbeitgeber mitnehmen, wenn er über Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds läuft. Alternativ führst du ihn privat weiter oder stellst ihn beitragsfrei.

Neu seit 2026 und ab 2027

Das zweite Betriebsrentenstärkungsgesetz ist seit Januar 2026 in Kraft. Ab 2027 steigt die Förderung für Geringverdiener: Arbeitgeber, die für sie zusätzlich einzahlen, bekommen bis zu 360 statt 288 Euro im Jahr vom Staat zurück.

So gehst du vor

  1. Beim Arbeitgeber nachfragen

    Gibt es schon ein Angebot, einen Tarifvertrag oder einen höheren Zuschuss als die gesetzlichen 15 Prozent?

  2. Netto-Aufwand ausrechnen lassen

    Mit deinem echten Gehalt, deiner Steuerklasse und deinen Kindern. Pauschale Beispiele helfen nur zur Orientierung.

  3. Kosten des Vertrags prüfen

    Bei Direktversicherungen fressen hohe Abschlusskosten einen Teil des Vorteils. Frag nach den Effektivkosten.

  4. Im Alter mitdenken

    Rechne Steuer und Krankenkassenbeitrag auf die spätere Rente gleich mit ein, damit du nicht von der Bruttorente ausgehst.

Meine Empfehlung

Nutze die Entgeltumwandlung, wenn dein Arbeitgeber mindestens 15 Prozent dazugibt und der Vertrag günstige Kosten hat. Dann bekommst du für jeden Euro netto deutlich mehr als einen Euro in den Vertrag. Rechne aber immer mit der Nettorente im Alter, nicht mit der Zahl, die im Angebot steht.

Wen betrifft das?

Angestellte & Familien

Frag zuerst, was dein Arbeitgeber zuschießt. Viele geben mehr als die gesetzlichen 15 Prozent. Das ist geschenktes Geld.

Selbstständige & Freiberufler

Ohne Arbeitgeber hast du keine Entgeltumwandlung. Für dich sind Rürup-Rente und ab 2027 das neue Altersvorsorgedepot die Alternativen. Als GmbH-Geschäftsführer kann eine Betriebsrente über die eigene Firma interessant sein.

Unternehmen mit Mitarbeitern

Du musst Entgeltumwandlung anbieten und 15 Prozent zuschießen, soweit du Sozialabgaben sparst. Eine gut gemachte bAV ist für Fachkräfte ein spürbares Argument, besonders mit höherem Zuschuss.

Frag Akira

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Häufige Fragen

Lohnt sich die Entgeltumwandlung noch?

Mit 15 Prozent Zuschuss und günstigem Vertrag meistens ja. Ohne Zuschuss und mit hohen Kosten oft nicht. Meine Empfehlung: Lass dir den Nettoaufwand und die Nettorente im Alter vorrechnen, bevor du unterschreibst.

Wie hoch ist der bAV-Höchstbeitrag 2026?

Steuerfrei sind 676 € im Monat, davon 338 € auch sozialabgabenfrei.

Wie viel muss mein Arbeitgeber zuschießen?

15 Prozent des umgewandelten Betrags, soweit er Sozialabgaben spart, bei Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds.

Muss ich die Betriebsrente versteuern?

Ja, voll mit deinem persönlichen Steuersatz im Alter. Dazu kommen Kranken- und Pflegeversicherung.

Wie hoch sind die Krankenkassenbeiträge auf die Betriebsrente?

Du zahlst den vollen Satz allein. Für Pflichtversicherte gibt es in der Krankenversicherung einen Freibetrag von 197,75 € im Monat (2026), in der Pflegeversicherung nur eine Freigrenze.

Was passiert bei einem Jobwechsel?

Dein Anspruch bleibt dir. Du kannst den Vertrag innerhalb eines Jahres mitnehmen, privat weiterführen oder beitragsfrei stellen.

Quellen

  1. § 1a BetrAVG – Anspruch auf Entgeltumwandlung · abgerufen 02.10.2026
  2. § 4 BetrAVG – Übertragung · abgerufen 02.10.2026
  3. § 100 EStG – Förderbetrag Geringverdiener · abgerufen 02.10.2026
  4. TK Firmenkunden: Freibeträge betriebliche Altersversorgung 2026 · 17.06.2026
  5. TK: Freibetrag für Betriebsrenten, Pflichtversicherte · 2026
  6. Verbraucherzentrale: Gehaltsumwandlung – wann lohnt sich das? · 02.03.2026
  7. Finanztip: Betriebliche Altersvorsorge · 04.03.2026
  8. experten.de: Zweites Betriebsrentenstärkungsgesetz tritt in Kraft · 22.01.2026

Allgemeine Informationen, keine individuelle Beratung. Rechtsstand 2. Oktober 2026. Steuerliche Fragen klärt im Einzelfall dein Steuerberater. Versicherungsmakler mit Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO.

Arbeitgeber oder Arbeitnehmer? Ich rechne beide Seiten.

Für Mitarbeiter rechne ich, was netto übrig bleibt. Für Arbeitgeber zeige ich, wie eine Betriebsrente aussieht, die Fachkräfte wirklich überzeugt.

Transparenz: Ich bin Versicherungsmakler und werde bei einem Abschluss vom Versicherer vergütet. Für dich ist die Beratung kostenlos. Allgemeine Informationen, keine individuelle Beratung.

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