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Beitragsbemessungsgrenze 2027: Was die neuen Werte für dich bedeuten

Die Grenzen in der Krankenversicherung steigen 2027 so stark wie selten: die Versicherungspflichtgrenze voraussichtlich auf 84.150 Euro, die Beitragsbemessungsgrenze auf 76.500 Euro. Hier steht, wer mehr zahlt und wer in die private Krankenversicherung wechseln darf.

Das Wichtigste in Kürze
  • Die Versicherungspflichtgrenze steigt 2027 voraussichtlich von 77.400 auf 84.150 Euro im Jahr. Erst darüber darfst du als Angestellter in die PKV.
  • Die Beitragsbemessungsgrenze der Kranken- und Pflegeversicherung steigt voraussichtlich von 69.750 auf 76.500 Euro. Gutverdiener zahlen dadurch mehr.
  • Beide Grenzen steigen zusätzlich um 300 Euro im Monat. Das hat der Bundestag im Juli 2026 beschlossen.
  • Wer schon privat versichert ist, hat Bestandsschutz: Für ihn gilt eine niedrigere Grenze von 80.550 Euro.
So gehst du vor
  1. Regelmäßiges Gehalt ausrechnen
  2. Mit beiden Grenzen vergleichen
  3. Gesundheitsfragen klären
  4. Zeitplan einhalten
Alle Schritte im Detail ↓
Frag Akira

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Wird aktualisiert: Die Werte für 2027 stammen aus dem Referentenentwurf vom September 2026. Kabinett und Bundesrat müssen noch zustimmen.

Die Werte 2026 und 2027 im Überblick

20262027 (Entwurf)
Versicherungspflichtgrenze (JAEG)77.400 €84.150 €
JAEG für bereits privat Versicherte (neu)–80.550 €
Beitragsbemessungsgrenze Kranken- und Pflegeversicherung69.750 €76.500 €
Beitragsbemessungsgrenze Rentenversicherung101.400 €106.200 €
Bezugsgröße47.460 €49.560 €

Jahreswerte. 2027 laut Referentenentwurf der Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung, Stand September 2026. Die Rentenversicherung ist bundesweit einheitlich.

Normalerweise steigen die Grenzen mit den Löhnen, für 2027 um 4,38 Prozent. In der Krankenversicherung kommt diesmal eine Sonderanhebung um 300 Euro im Monat dazu. Rechtsgrundlage ist das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, das seit 30. Juli 2026 in Kraft ist.

Was Gutverdiener 2027 mehr zahlen

Bis zur Beitragsbemessungsgrenze zahlst du Prozente auf dein Gehalt. Was darüber liegt, bleibt beitragsfrei. Steigt die Grenze, steigt dein Höchstbeitrag.

Höchstbeitrag im Monat20262027 (Beispiel)
Kranken- und Pflegeversicherung gesamt1.226,44 €1.345,13 €
Dein Anteil als Angestellter mit Kind613,22 €672,56 €
Dein Anteil als Angestellter ohne Kind648,09 €710,81 €

Rechenannahmen: 14,6 % allgemeiner Beitrag plus 2,9 % Zusatzbeitrag (Durchschnitt 2026, für 2027 als Platzhalter), Pflegeversicherung 3,6 % bzw. 4,2 % kinderlos, nicht Sachsen. Der Zusatzbeitrag 2027 steht erst ab November fest.

Bei gleichem Zusatzbeitrag sind das für Angestellte mit Gehalt über der Grenze rund 59 Euro mehr im Monat. Freiwillig versicherte Selbstständige zahlen den vollen Betrag allein, also rund 119 Euro mehr.

Akira Fukushima

Wer knapp über der Grenze liegt, sollte die PKV nicht im Dezember unter Zeitdruck abschließen. Die Entscheidung gilt für Jahrzehnte.

Akira Fukushima, Versicherungsmakler · mein Tipp aus der Beratung

Ab welchem Gehalt darfst du in die PKV?

Als Angestellter darfst du in die private Krankenversicherung, wenn dein regelmäßiges Jahresgehalt über der Versicherungspflichtgrenze liegt. Die Versicherungspflicht endet dann zum Ende des Kalenderjahres. Bedingung ist, dass dein Gehalt auch die Grenze des Folgejahres übersteigt (§ 6 SGB V).

Für einen Wechsel zum 1. Januar 2027 heißt das: Dein regelmäßiges Gehalt muss 2026 über 77.400 Euro liegen und voraussichtlich auch 2027 über 84.150 Euro.

Zum regelmäßigen Gehalt zählen auch Weihnachts- und Urlaubsgeld, wenn sie vertraglich zugesagt sind. Überstundenvergütung und unregelmäßige Boni zählen in der Regel nicht.

Bestandsschutz für bereits privat Versicherte

Wer am 31. Dezember 2026 wegen seines Gehalts privat versichert ist, muss nicht zurück in die gesetzliche Kasse, nur weil die Grenze stärker steigt. Für diese Gruppe gilt 2027 eine eigene Grenze von 80.550 Euro, also ohne die Sonderanhebung.

Ab 55 ist der Weg zurück meist zu

Wer nach dem 55. Geburtstag wieder versicherungspflichtig wird, bleibt in der Regel privat versichert, wenn er in den fünf Jahren davor nicht gesetzlich versichert war (§ 6 Abs. 3a SGB V). Die Entscheidung für die PKV ist deshalb eine für Jahrzehnte.

Was sich für Selbstständige ändert

Selbstständige können unabhängig von ihrem Einkommen in die PKV. In der gesetzlichen Kasse zahlen sie den vollen Beitrag allein, nach oben begrenzt durch die Beitragsbemessungsgrenze.

Auch die Untergrenze steigt: Die Mindestbemessung für freiwillig versicherte Selbstständige liegt 2026 bei 1.318,33 Euro im Monat. Für 2027 ergibt sich aus der geplanten Bezugsgröße ein Wert von rund 1.376,67 Euro.

So gehst du vor

  1. Regelmäßiges Gehalt ausrechnen

    Monatsgehalt mal 12 plus vertraglich zugesagtes Weihnachts- und Urlaubsgeld. Unregelmäßige Boni bleiben außen vor.

  2. Mit beiden Grenzen vergleichen

    Für einen Wechsel zum 1.1.2027: über 77.400 € in 2026 und voraussichtlich über 84.150 € in 2027.

  3. Gesundheitsfragen klären

    Die PKV prüft deinen Gesundheitszustand. Eine anonyme Voranfrage zeigt, ob und zu welchen Bedingungen du angenommen wirst.

  4. Zeitplan einhalten

    Annahme, Antrag und Kündigung bei der Kasse brauchen Vorlauf. Rechne mit vier bis acht Wochen.

Meine Empfehlung

Entscheide nicht über den Beitrag von heute, sondern über die Frage, wie dein Leben in 20 Jahren aussieht: Familie, Kinder, Einkommen im Alter. Wer die Grenze 2027 knapp überschreitet, sollte das Jahr nutzen, um in Ruhe zu vergleichen, statt im Dezember unter Zeitdruck zu wechseln.

Wen betrifft das?

Angestellte & Familien

Liegst du knapp über der Grenze, entscheidet die Prognose für 2027. Eine Gehaltserhöhung zum Jahreswechsel kann den Ausschlag geben. Lass dir die Zusage schriftlich geben.

Selbstständige & Freiberufler

Dein Höchstbeitrag in der gesetzlichen Kasse steigt um rund 119 € im Monat, wenn du über der Grenze verdienst. Ein guter Moment, die PKV ehrlich gegenzurechnen.

Unternehmen mit Mitarbeitern

Deine Arbeitgeberanteile an der Kranken- und Pflegeversicherung steigen für alle Gutverdiener. Auch dein Zuschuss zur PKV deiner Mitarbeiter ist an die Höchstbeiträge gekoppelt.

Frag Akira

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Häufige Fragen

Wie hoch ist die Beitragsbemessungsgrenze 2027?

In der Kranken- und Pflegeversicherung voraussichtlich 76.500 € im Jahr, also 6.375 € im Monat. In der Rentenversicherung 106.200 €. Kabinett und Bundesrat müssen noch zustimmen.

Wie hoch ist die Versicherungspflichtgrenze 2027?

Voraussichtlich 84.150 € im Jahr. Sie steigt besonders stark, weil zusätzlich zur Lohnentwicklung 300 € im Monat aufgeschlagen werden.

Gibt es Bestandsschutz für bereits privat Versicherte?

Ja. Wer am 31.12.2026 wegen seines Gehalts privat versichert ist, für den gilt 2027 eine Grenze von 80.550 €. Meine Empfehlung: Wer knapp darüber liegt, sollte trotzdem prüfen, ob er 2027 über dieser Grenze bleibt.

Ab wann kann ich in die PKV wechseln?

Zum Ende des Kalenderjahres, in dem dein Gehalt die Grenze überschreitet, wenn es auch über der Grenze des Folgejahres liegt. Meine Empfehlung: Fang im Oktober an, nicht im Dezember.

Was ist der Unterschied zwischen Beitragsbemessungsgrenze und Versicherungspflichtgrenze?

Die Beitragsbemessungsgrenze bestimmt, bis zu welchem Gehalt Beiträge fällig werden. Die Versicherungspflichtgrenze bestimmt, ab welchem Gehalt du die gesetzliche Kasse verlassen darfst.

Steigt auch der Arbeitgeberzuschuss zur PKV?

Der Zuschuss ist an den Höchstbeitrag der gesetzlichen Kasse gekoppelt. Steigt die Beitragsbemessungsgrenze, steigt der mögliche Höchstzuschuss mit.

Quellen

  1. BMAS: Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2027 (Referentenentwurf) · September 2026
  2. Deutsche Rentenversicherung: Meldung zur Rechengrößenverordnung 2027 · 22.09.2026
  3. BMAS: Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2026 · 2025
  4. BMG: GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz · Juli 2026
  5. BMG: Beiträge zur Krankenversicherung · 2026
  6. BMG: Finanzierung der Pflegeversicherung · 2026
  7. § 6 SGB V – Versicherungsfreiheit · abgerufen 02.10.2026

Allgemeine Informationen, keine individuelle Beratung. Rechtsstand 2. Oktober 2026. Steuerliche Fragen klärt im Einzelfall dein Steuerberater. Versicherungsmakler mit Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO.

Über der Grenze? Rechnen wir es durch.

Ich rechne dir gesetzlich und privat nebeneinander, mit Familie, Alter und Ruhestand. Danach weißt du, ob sich der Wechsel für dich lohnt.

Transparenz: Ich bin Versicherungsmakler und werde bei einem Abschluss vom Versicherer vergütet. Für dich ist die Beratung kostenlos. Allgemeine Informationen, keine individuelle Beratung.

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