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Krankenversicherung für Selbstständige: gesetzlich oder privat?

Als Selbstständiger zahlst du deine Krankenversicherung komplett allein, gesetzlich mindestens rund 280 Euro im Monat, höchstens über 1.200 Euro. Privat zahlst du nach Alter und Gesundheit statt nach Einkommen. Hier steht, wie beide Systeme rechnen und für wen was passt.

Das Wichtigste in Kürze
  • Gesetzlich zahlst du als Selbstständiger 2026 mindestens rund 278 € im Monat und höchstens rund 1.226 € für Kranken- und Pflegeversicherung.
  • Die Kasse rechnet vorläufig mit deinem letzten Steuerbescheid. Verdienst du mehr, zahlst du nach.
  • Privat zählt nicht dein Einkommen, sondern Alter und Gesundheit. Kinder brauchen eigene Verträge.
  • Krankengeld gibt es gesetzlich nur, wenn du es wählst. Privat schließt du ein Krankentagegeld ab.
So gehst du vor
  1. Einkommen realistisch schätzen
  2. Familie mitdenken
  3. Gesundheit klären
  4. Krankengeld regeln
Alle Schritte im Detail ↓
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Wird aktualisiert: Die Werte für 2027 stammen aus dem Referentenentwurf vom September 2026. Den durchschnittlichen Zusatzbeitrag 2027 trage ich nach dem 1. November ein.

Was kostet die gesetzliche Kasse für Selbstständige?

Du bist freiwillig versichert und zahlst den vollen Beitrag allein, nach deinem Einkommen, mit einer Unter- und einer Obergrenze.

2026, im MonatMindestbeitragHöchstbeitrag
Bemessungsgrundlage1.318,33 €5.812,50 €
Krankenversicherung mit Krankengeld (17,5 %)230,71 €1.017,19 €
Pflegeversicherung mit Kind (3,6 %)47,46 €209,25 €
Gesamt278,17 €1.226,44 €

Rechenannahmen: 14,6 % allgemeiner Beitrag mit Krankengeldanspruch plus 2,9 % durchschnittlicher Zusatzbeitrag 2026, Pflege 3,6 % (kinderlos 4,2 %). Ohne Krankengeld gilt der ermäßigte Satz von 14,0 %, dann sinkt der Mindestbeitrag zur Krankenversicherung auf 222,80 €. Dein Zusatzbeitrag hängt von deiner Kasse ab.

2027 steigen beide Grenzen voraussichtlich: die Bemessungsgrundlage für den Höchstbeitrag auf 6.375 Euro, die für den Mindestbeitrag auf rund 1.376,67 Euro im Monat.

Warum fordert die Kasse Geld nach?

Weil sie zuerst nur vorläufig rechnet. Grundlage ist dein letzter Einkommensteuerbescheid, bei der Gründung deine Schätzung. Kommt der Bescheid für das Jahr, setzt die Kasse den Beitrag endgültig fest. Hast du mehr verdient, zahlst du nach, hast du weniger verdient, bekommst du Geld zurück.

Achtung: Reichst du den Bescheid nicht innerhalb von drei Jahren nach Ende des Jahres ein, rechnet die Kasse endgültig mit dem Höchstbeitrag. Für 2023 läuft diese Frist am 31. Dezember 2026 ab.

Akira Fukushima

Leg für die Krankenkasse Rücklagen an, sobald dein Steuerbescheid ein höheres Einkommen zeigt. Die Nachzahlung kommt sonst auf einmal.

Akira Fukushima, Versicherungsmakler · mein Tipp aus der Beratung

Wie rechnet die private Krankenversicherung?

Die PKV fragt nicht nach deinem Einkommen, sondern nach Alter, Gesundheit und gewünschten Leistungen. Wer jung und gesund einsteigt, zahlt oft weniger als den gesetzlichen Höchstbeitrag.

Dafür steigen die Beiträge über die Jahre. Zum 1. Januar 2026 erhöhten sich die Beiträge für rund 60 Prozent der Privatversicherten, im Schnitt um etwa 13 Prozent. Die Stiftung Warentest rechnet damit, dass sich Beiträge bis zur Rente auf das Zweieinhalbfache erhöhen können, und empfiehlt die PKV für Selbstständige nur bei langfristig gutem Einkommen.

Ein Teil des Beitrags fließt in Alterungsrückstellungen, vom 21. bis zum 60. Lebensjahr mit einem Zuschlag von 10 Prozent. Das dämpft die Erhöhungen im Alter, verhindert sie aber nicht.

Was ist mit Partner und Kindern?

In der gesetzlichen Kasse sind Kinder und Ehepartner ohne eigenes Einkommen beitragsfrei mitversichert. Ab 2028 kostet die Mitversicherung des Ehepartners einen Zuschlag von 2,5 Prozentpunkten, Kinder bleiben frei.

In der PKV braucht jedes Familienmitglied einen eigenen Vertrag. Bei Verheirateten gilt eine Sonderregel: Ist ein Elternteil privat versichert, verdient mehr als der gesetzlich versicherte Partner und liegt über der Versicherungspflichtgrenze, sind die Kinder nicht beitragsfrei familienversichert.

Kommst du aus der PKV wieder zurück?

Als Selbstständiger nur, wenn du versicherungspflichtig wirst, etwa durch eine Anstellung unter der Versicherungspflichtgrenze. Nach dem 55. Geburtstag ist der Weg in der Regel zu, wenn du in den fünf Jahren davor nicht gesetzlich versichert warst.

Die Entscheidung für die PKV ist deshalb eine für dein restliches Leben. Wie die Grenzen 2027 steigen, steht im Artikel zur Beitragsbemessungsgrenze 2027.

Wie bekommst du Krankengeld?

Gesetzlich nur, wenn du es bei der Kasse ausdrücklich wählst. Dann gibt es 70 Prozent deines Arbeitseinkommens ab der siebten Woche, höchstens 78 Wochen lang. Über einen Wahltarif geht es früher los. An beides bist du drei Jahre gebunden.

Privat schließt du ein Krankentagegeld ab, dessen Höhe und Beginn du festlegst. In beiden Fällen gilt: Die ersten Wochen musst du meist aus Rücklagen überbrücken.

So gehst du vor

  1. Einkommen realistisch schätzen

    Heute und in fünf Jahren. Liegst du dauerhaft unter rund 1.300 € im Monat, zahlst du gesetzlich den Mindestbeitrag.

  2. Familie mitdenken

    Kinder und Partner ohne Einkommen sind gesetzlich frei mitversichert, privat kostet jeder extra.

  3. Gesundheit klären

    Für die PKV prüft der Versicherer Vorerkrankungen. Eine anonyme Voranfrage zeigt, zu welchen Bedingungen du angenommen wirst.

  4. Krankengeld regeln

    Gesetzlich wählen oder Wahltarif, privat Krankentagegeld.

  5. Steuerbescheid rechtzeitig einreichen

    Sonst rechnet die Kasse nach drei Jahren mit dem Höchstbeitrag.

Meine Empfehlung

Entscheide nicht nach dem Beitrag im ersten Jahr. Mit Familie, schwankendem Einkommen oder Vorerkrankungen ist die gesetzliche Kasse mit Krankengeld meist die sicherere Wahl. Die PKV passt, wenn du langfristig gut verdienst, gesund bist und die steigenden Beiträge im Alter einplanen kannst.

Wen betrifft das?

Angestellte & Familien

Als Angestellter darfst du nur über der Versicherungspflichtgrenze in die PKV. Wenn du in die Selbstständigkeit wechselst, hast du die Wahl unabhängig vom Einkommen.

Selbstständige & Freiberufler

Leg Rücklagen für die Nachzahlung an, sobald dein Einkommen steigt. Und reich deinen Steuerbescheid rechtzeitig bei der Kasse ein.

Unternehmen mit Mitarbeitern

Als GmbH-Geschäftsführer mit Mehrheitsbeteiligung bist du sozialversicherungsrechtlich meist selbstständig. Für Minderheits-Geschäftsführer kann das anders sein, das klärt eine Statusfeststellung.

Frag Akira

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Häufige Fragen

Gesetzlich oder privat: was ist für Selbstständige besser?

Es gibt keine pauschale Antwort. Gesetzlich ist planbarer und für Familien günstiger, privat oft günstiger für junge, gesunde Gutverdiener. Meine Empfehlung: Rechne beide Varianten bis zur Rente durch, nicht nur für das erste Jahr.

Wie hoch ist der Mindestbeitrag für Selbstständige?

2026 rund 278 € im Monat für Kranken- und Pflegeversicherung mit Krankengeld, ohne Krankengeld etwas weniger. Der genaue Betrag hängt vom Zusatzbeitrag deiner Kasse ab.

Wie hoch ist der Höchstbeitrag?

2026 rund 1.226 € im Monat mit Kind, bei durchschnittlichem Zusatzbeitrag. 2027 steigt er voraussichtlich um rund 119 €.

Warum muss ich bei der Krankenkasse nachzahlen?

Weil die Kasse vorläufig mit deinem alten Steuerbescheid rechnet. Steigt dein Einkommen, wird die Differenz nach dem neuen Bescheid fällig.

Bekomme ich als Selbstständiger Krankengeld?

Gesetzlich nur, wenn du es wählst, dann ab der siebten Woche. Privat über ein Krankentagegeld.

Kann ich als Selbstständiger zurück in die gesetzliche Kasse?

Nur, wenn du versicherungspflichtig wirst, etwa durch eine Anstellung. Ab 55 ist der Weg meist versperrt.

Kann ich die Krankenversicherung von der Steuer absetzen?

Die Beiträge für die Basisabsicherung sind in der Regel als Sonderausgaben absetzbar. Die genaue Einordnung klärt dein Steuerberater.

Quellen

  1. BMG: Beiträge zur Krankenversicherung · 03.09.2026
  2. § 240 SGB V – Beitragspflichtige Einnahmen freiwilliger Mitglieder · abgerufen 02.10.2026
  3. Verbraucherzentrale: Freiwillig versichert in der gesetzlichen Krankenkasse · 10.02.2026
  4. Deutsche Rentenversicherung: Rechengrößen 2027 · 22.09.2026
  5. Stiftung Warentest: Gesetzlich oder privat? · 16.07.2025
  6. PKV-Verband: Beitragserhöhungen 2026 · 2026
  7. Verbraucherzentrale: Was Alterungsrückstellungen bewirken · o. D.
  8. Haufe: Neuregelung der Familienversicherung ab 2028 · 03.08.2026
  9. § 10 SGB V – Familienversicherung · abgerufen 02.10.2026
  10. § 44 und § 47 SGB V – Krankengeld · abgerufen 02.10.2026
  11. § 6 SGB V – Versicherungsfreiheit · abgerufen 02.10.2026

Allgemeine Informationen, keine individuelle Beratung. Rechtsstand 2. Oktober 2026. Steuerliche Fragen klärt im Einzelfall dein Steuerberater. Versicherungsmakler mit Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO.

GKV oder PKV? Wir rechnen es bis zur Rente.

Ich rechne dir beide Systeme mit deinem Einkommen, deiner Familie und deinem Alter durch, nicht nur für das erste Jahr.

Transparenz: Ich bin Versicherungsmakler und werde bei einem Abschluss vom Versicherer vergütet. Für dich ist die Beratung kostenlos. Allgemeine Informationen, keine individuelle Beratung.

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